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Umbau und Erweiterung EFH Weiermattring Brugg/AG

Das Haus ist Teil einer Siedlung kleiner Reiheneinfamilienhäusern. Sie wurden in der frühen Nachkriegszeit am Siedlungsrand hinter der Kaserne angelegt. Die zweigeschossigen Häuser stehen in versetzten Dreierreihen quer zum Bruggerberg, untereinander durch kleine Gartenschöpfe getrennt.

Die Häuser sind sehr kompakt gehalten. Die Räume im Erdgeschoss ordnen sich – nicht sehr glücklich – der zentralen Erschliessung des Schlafgeschosses unter. Eine kleine Küche liegt, vom mittigen Korridor abgetrennt, etwas isoliert zwischen Hauseingang und Schopf.

Die meisten Bewohnenden haben früher oder später die Aussenwand zum Schopf durchstossen und diesen zugunsten einer grösseren Küche aufgegeben. So auch die Vorbesitzenden dieses Endhauses.

Die nachgezogene Familie wünschte sich die Einhausung des Gartensitzplatzes. Wichtiger als der zusätzlich gewonnene Innenraum per se wog, dass die Küche mit diesem direkt an einem Wohnraum angebunden werden würde. Der Eingriff hat das Haus denn auch auf den Kopf gestellt: an der Schnittstelle von Küche und Wohnen gelegen, ist er heute klare räumliche Mitte der jungen Familie.

Der neue Raum agiert immer noch ein bisschen zwischen innen uns aussen: Die tiefen Fenster habenden Bezug zum Garten erhalten, die Terazzoplatten und direkte Sitzen unter dem Schrägdach tragen ihr weiteres dazu bei, ohne dass es ungemütlich würde. Ein Erkerfenster in geölter Eiche lädt zum Sitzen an dieser Schnittstelle ein.

Die Stulpschalung mit den kannelierten Deckprofilen nimmt liebevoll das Vokabular der Nachkriegsmoderne auf, sie wurde mit einer mineralischen Holzfarbe gestrichen. Das Dach wurde gedämmt und mit mit einer integrierten Solaranlage eingedeckt.

oben: Zustand vor Eingriff mit Terrasse

Auftraggeberin
Privat

Leistungen
Architektur, Generalplanung, Bauleitung

Planer-Team
Bauphysik: Amstein + Walthert, Zürich

Realisierung April bis Juli 2021 (Anbau), Oktober bis Dezember 2021 (Umbau)